Vorstellung des 9. BVR-Diversitätsberichts 2024/2025
| Redaktion
Im Rahmen des Filmfests München stellte der Bundesverband Regie (BVR) den 9. Diversitätsbericht für die Jahre 2024/2025 vor. Der Bericht blickt auf 15 Jahre Entwicklung der Geschlechterverteilung in der Regie deutscher Film- und Fernsehproduktionen und zeigt sowohl deutliche Fortschritte als auch bestehende Herausforderungen.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: 2025 wurden 40,1 % der fiktionalen ARD-Produktionen und 42,4 % der ZDF-Produktionen von Regisseurinnen inszeniert – ein deutlicher Schritt in Richtung Parität. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass insbesondere im Kinobereich weiterhin Handlungsbedarf besteht: Dort sank der Anteil von Regisseurinnen 2025 auf 25,5 %, bei hochbudgetierten Produktionen sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Auch bei Streaming-Produktionen ging der Frauenanteil zuletzt zurück.
Der BVR betont, dass Diversität kein kurzfristiger Trend sein darf. Vielmehr müsse Vielfalt dauerhaft in Stoffentwicklung, Produktionsprozessen und Entscheidungsstrukturen verankert werden. Der Bericht liefert hierfür eine wichtige Datengrundlage und regt die Branche an, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Auch wenn der Diversitätsbericht die Vergabe von Regieaufträgen untersucht, reichen seine Erkenntnisse über die Regie hinaus. Denn vielfältigere Perspektiven hinter der Kamera prägen auch die Geschichten, Figuren und Besetzungen vor der Kamera. Für Casting Directors bedeutet das, Diversität weiterhin aktiv mitzudenken und Schauspieler*innen unterschiedlichster Altersgruppen, Hintergründe und Lebensrealitäten sichtbar zu machen. Ein breit aufgestellter Talentpool wird damit zu einer wichtigen Grundlage für authentisches und zeitgemäßes Erzählen.