Siri Hustvedt Dance Around The Self
| Redaktion
Am 2. April kommt das Porträt über eine der prägenden Autorinnen unserer Zeit in die Kinos, das bereits auf der Berlinale seine Deutschlandpremiere feierte. Es erzählt von ihrem Aufbruch aus Minnesota ins vibrierende New York – und von einer Reise, die sie zu einer prägenden Stimme der Gegenwartsliteratur werden ließ. Zwischen Aufbruch und Selbstfindung entfaltet sich das vielschichtige Porträt einer Autorin in dieser fesselnden Dokumentation: Siri Hustvedt. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt.
Was ist nötig, damit Sie einer Regisseurin Ihre Arbeit, Ihr Leben, Ihre Liebe, Ihre Trauer anvertrauen können?
Über solche Fragen habe ich mein ganzes akademisches Leben nachgedacht: Rational lässt sich nicht abschätzen, wie eine Regisseurin da herangehen wird, das hat eher mit menschlicher Verbundenheit und Vertrauen zu tun, und mit dem Gefühl, es mit einem ethisch und moralisch integren Menschen zu tun zu haben. Ich kannte Sabine Lidl schon, weil sie einen Film über Paul (Auster) gemacht hatte. Bei einem Dinner hatten wir uns wunderbar unterhalten, danach wusste ich, dass ich ihr vertrauen kann.
Sie gestatten eine intime Nähe zum Schreibprozess. Ist Ihnen das schwer gefallen?
Ich denke immer, Schriftsteller*innen bei der Arbeit zu filmen, ist langweilig. Andererseits geht der Akt des Schreibens mit einer rhythmischen Versunkenheit einher, und ich persönlich würde gerne unterschiedlichen Schriftsteller*innen dabei zuschauen, wie sie schreiben, wie sie sich bewegen, was passiert. Insofern fiel es mir nicht schwer, zumal Sabine zu diesem Zeitpunkt mein vollstes Vertrauen hatte, und ich keine Angst davor, dass sie mich verraten könnte.
© Spencer Ostrander
Sabine Lidl hat erzählt, dass es für Sie schwierig war, aus den noch unveröffentlichten „Ghost Stories“ zu lesen. Weshalb?
Weil man den Text bearbeitet, bis er genau so ist, wie man ihn möchte. Erst, wenn er das Haus verlässt, ist er für das Publikum freigegeben, bis dahin ist es work in progress. Manchmal veröffentlicht man ein einzelnes Kapitel in einem Magazin, doch auch das kann sich später noch stark verändern. Frühe, unfertige Versionen meiner Texte teile ich nur sehr ungern mit der Welt.
Ihr bedingungsloses Vertrauen zu Sabine Lidl als Regisseurin, hat auch dazu geführt, dass sie sehr intim an Ihrer Trauerverarbeitung teilgenommen hat: War das auch für Sie persönlich hilfreich?
Eine gute Frage, über die ich wahrscheinlich eine Woche nachdenken muss. Die Jahre, in denen dieser Film entstanden ist, waren außerordentlich hart. Es ist sehr seltsam, unter einem Mikroskop zu liegen, während man derart brutale Wirklichkeiten durchlebt. Über Schmerz und Leiden, über traumatische Erfahrungen zu sprechen, kann sehr schwer sein, und wir hatten ja bereits mehrere Todesfälle erlebt, Pauls Enkelin und Pauls Sohn sind kurz hintereinander gestorben. Lange Zeit, ja, bis zum Memorial für Paul, konnte ich nicht über das sprechen, was uns zugestoßen ist, es kam mir einfach nicht über die Lippen. Doch, schon sehr kurz nach dem Tod meines Mannes, direkt nach der Gedenkfeier habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt.
Die Art, wie Sie den Tod ihres Mannes in „Ghost Stories“ verarbeiten, ist eine konsequente Fortsetzung ihrer Methode, das reale Leben in Ihre Literatur fließen lassen …
Das stimmt, aber ich ziehe auch eine sehr scharfe Linie zwischen Fiction und Nonfiction. Nonfiction zu schreiben, heißt für mich immer, mich so gut wie möglich an die Erinnerung zu halten, niemals etwas zu erfinden, das mir falsch erscheint. Das ist eine moralische Verpflichtung den Leser*innen gegenüber. Ich weiß, dass es viele Autor*innen gibt, die das nicht so sehen, aber für mich gibt es auch in der Fiktion eine emotionale Wahrheit. Was auf den Seiten passiert, ist nicht autobiografisch, es ist nicht mir passiert. Aber in den Gefühlen, um die es geht, schwingt immer etwas Autobiografisches mit. Natürlich speisen sich Kunstwerke aus den Erlebnissen und Erfahrungen des/der Künstler*in. Was die Leser*innen vergessen, ist, dass die Freiheit, die einem die Fiktion gibt, auch dazu führen kann, dass man der Wahrheit näherkommt. Es gibt viele Schriftsteller*innen, die sagen, wir verdienen unseren Lebensunterhalt mit Lügen, ich würde meine Fiktionen niemals als Lügen bezeichnen. Mir geht es darum, Geschichten und Charaktere zu finden, die eine Form von emotionaler Wahrhaftigkeit vermitteln, und dann hofft man, dass sie in den Leser*innen widerhallen.
Sie haben mit diesem Film vier Jahre auf der memory lane verbracht, haben Sie bei dieser Reise in die Vergangenheit auch überraschende Erkenntnisse gewonnen?
Der für mich komplexeste Moment war die Rückkehr in das Appartment-Gebäude, in dem ich als Studentin der Columbia Universität lebte, während meiner Doktorarbeit und bevor ich meinen Mann kennengelernt habe. Ich bin 1978 nach New York gezogen, studierte an der Columbia University und habe 1986 meine Doktorarbeit verteidigt. 1981 habe ich Paul kennengelernt und bin kurz darauf mit ihm zusammengezogen. Diese ersten Jahre in New York, waren zugleich beglückend und sehr, sehr hart. Als alter Mensch in die Realität dieser jungen Frau zurückzukehren, in dieses Gebäude, das sich in all den Jahren gar nicht verändert hat, meiner Erinnerung also noch völlig entsprach, fiel mir schwer. Obwohl ich wirklich arm war, habe ich mich immer so gut wie möglich durchgeschlagen, ich hatte kein Selbstmitleid. Doch heute wieder in dieses Haus zu treten, mit diesen Erinnerungen konfrontiert zu werden, war eine überwältigende, fast überfallartige Erfahrung. Da geht es nicht um konkrete Ereignisse, sondern eher um eine atmosphärische Erinnerung, so wie in der berühmten Madeleine-Szene von Proust: Er inhaliert diese Erinnerung über Geruch und Geschmack. Genauso habe ich das dort empfunden.
Gibt es etwas, das die junge Siri der heutigen Siri sagen könnte?
Wahrscheinlich ist es eher umgekehrt. Ich habe einen Roman geschrieben, der genau das thematisiert: „Memories of the Future“ („Damals“). Da gibt es einen Dialog zwischen der älteren und der jüngeren, tagebuchschreibenden Version des Selbst. Alles ist erfunden, nur nicht der Ort, 309 West 109th Street. Ähnlich ist dieses Appartement auch in „Blindfold“ („Die unsichtbare Frau“) ein emotional und intellektuell verdichteter Ort. Im Zentrum steht dieser sexuelle Angriff, der nicht mir zugestoßen ist, der aber das Buch strukturiert. In beiden Büchern geht es darum, wie das Älterwerden und Zurückschauen auf dasselbe Material die Möglichkeiten eröffnet, die Vergangenheit einer Revision zu unterziehen. Es ist nicht die junge Person, die mir etwas erzählt, sondern ich habe als älterer Mensch eine Perspektive auf die Ereignisse, die ich in meiner Jugend gar nicht hätte haben können.
Wie fanden Sie es, dass Ihre Zeichnungen im Film laufen gelernt haben?
Ich kann gar nicht genug betonen, wie glücklich mich das macht, schon, weil diese Zeichnungen, die in „The Summer Without Men“ („Der Sommer ohne Männer“) abgedruckt waren, von den Kritikern völlig ignoriert wurden. Für mich waren sie immer sehr wichtig, für die Struktur des Buches. Das sind nicht einfach nur Illustrationen, es ist eher eine Art emotionale Bewegung, und sie sind humorvoll. Auch die Zeichnungen in „Memories Of The Future“ („Damals“), insgesamt 12 Stück, wurden völlig ignoriert. Ich habe sie für die Bücher gezeichnet, ich betrachte sie als Teil des Textes. Doch niemand hat sie wahrgenommen, niemand ist auf sie eingegangen, obwohl auf dem Cover steht, dass sie von der Autorin sind. Es gibt viele Schriftsteller*innen, die zeichnen, das ist nicht ungewöhnlich und es geht mir gar nicht darum, mich als Künstlerin zu präsentieren, aber für mich war diese visuelle Information Teil des Textes, wurde als solcher aber nicht wahrgenommen.
Dennoch ist es eine kleine Exkursion in Ihren ursprünglichen Wunsch, Künstlerin zu werden ...'
(lacht) Das dauerte gerade mal, bis ich 13 war. Künstlerin werden zu wollen war damals Teil meiner Identität, es ging mir leicht von der Hand, im Vergleich zu meinen Freund*innen, konnte ich gut zeichnen, das wurde bemerkt und meine Eltern waren sehr stolz auf meine Zeichnungen. Aber mit 13 hatte ich beim Lesen eine Offenbarung, meine Mutter verstand das und gab mir englische Romane aus dem 19. Jahrhundert, die sie selbst liebte. Eines nachts beim Lesen von „David Copperfield“ von Charles Dickens, dachte ich, wenn Bücher diese Gefühle hervorrufen, dann möchte ich schreiben.
Wenn Sie jetzt auf diese vier Jahre Dreh zurückschauen, würden Sie sagen, das hatte auch einen therapeutischen Aspekt?
Das glaube ich nicht, ich glaube Psychotherapie hat einen therapeutischen Aspekt, weil da ein gut ausgebildeter Arzt, ein Analytiker involviert ist. Dieser Film, das möchte ich ausdrücklich betonen, ist Sabines Film. Ja, ich weiß, es geht um mich, aber der Film gehört ihr, es ist ihre künstlerische Vision. Ich war Teil einer kollaborativen Unternehmung, dessen künstlerische Vision ihre ist. Ich schätze diese Vision, glaube aber nicht, dass sie therapeutisch ist. Therapie sollte sehr ernst genommen werden, und ich habe großes Interesse für die therapeutischen Aspekte verschiedener Kunstformen, wie Malerei oder Musik für Psychiatriepatient*innen. Darum nehme ich das nicht leicht.
Haben Sie mal darüber nachgedacht, wie anders der Film aussehen würde, hätte ein Mann Regie geführt?
Wahrscheinlich kämen sehr viel mehr Männer darin vor. Sabine hat eine ganze Reihe Männer interviewt, Freunde, Wissenschaftler, Neurowissenschaftler, die ich ihr zum Teil vorgeschlagen hatte. Wie soll ich es ausdrücken: Der ganze Film hat eine nicht dogmatische, aber doch feministische Schubkraft, die mir gefällt, weil ich schon sehr lange Feministin bin. Dass Autorität noch immer meist eine männliche Stimme hat, lässt dieser Film einfach hinter sich.
Ein bisschen überrascht hat mich, dass Sie sagen, Sie mussten erst 60 Jahre alt werden, um der Wut auf die Diskriminierung von Frauen den Raum zu geben, den sie verdient: Waren Sie nicht schon viel früher kämpferisch?
Kämpferisch war ich schon sehr früh, das stimmt. Ich glaube, das bezog sich auf das feministische Buch „The Blazing World“ („Die gleißende Welt”), weil Harriet Burden darin eine wütende Person ist. Als ich sie erfand, dachte ich an die Giganten der griechischen Tragödien, ich habe ihr eine massige Physis gegeben, mit riesigen Brüsten, ich wollte eine gewaltige Figur, mit einer tragischen Wucht. Sie ist kompliziert, und auch eine Zumutung, kein gefälliges Wesen, ihre Wut steht ihr im Weg, sie hat einen selbstzerstörerischen Aspekt. Als jüngerer Mensch hätte ich so einen Charakter nicht erfinden können.
Erinnern Sie sich noch, wann Sie begriffen haben, dass die Gesellschaft Männern mehr Chancen einräumt als Frauen?
Ich glaube, da war ich noch ein kleines Mädchen, kein Wildfang, sondern ein sehr feminines, mädchenhaftes Kind, ich liebte Rüschen und Spitzen. Aber ich erinnere mich, dass ich mich in der Grundschule gefragt habe, warum es für Jungs okay war, nach einem Rechtschreibtest oder etwas ähnlichem stolz rumzuhüpfen und damit anzugeben. Ich verstand nicht, warum von Mädchen Zurückhaltung erwartet wurde, und das war lange bevor ich Kate Millet und Simone de Beauvoir und die anderen Feministinnen gelesen hatte. Ich bin 1955 geboren, mit zehn war ich ein denkendes Wesen, die Bürgerkriegsbewegung war mir schon als Kind wichtig. Meine Eltern waren links, also musste ich gegen sie nicht rebellieren, und mit 14 habe ich mich gegen den Vietnamkrieg engagiert.
Mit 14 oder 15 habe ich die Frauenrechtsbewegung wahrgenommen und alles dazu gelesen, was ich bekommen konnte. Da begann ich zu verstehen, warum Mädchen nicht hochhüpfen und „Yay, ich bin die Größte!“ sagen durften, und dass das falsch war. Ich fragte mich, ob es uns nicht erlaubt war, oder ob wir uns einfach kampflos ergeben haben. Doch, um das zu verstehen, braucht man einen konzeptuellen Rahmen. Machtverhältnisse funktionieren so effizient, weil sie stillschweigend angenommen, nicht hinterfragt werden. Der berühmte französische Autor Alexis de Tocqueville hat ein Buch über das Ancien Regime geschrieben. Darin sagt er, um Wandel zu ermöglichen, muss man sich vorstellen, dass es etwas anderes geben könnte. Erst wenn man ein Konzept davon hat, wie anders es sein könnte, ist man dazu fähig, diese Linie zu überschreiten. Um das Ancien Regime zu stürzen, mussten sich die Menschen vorstellen, dass sie nicht als Bauern für immer darin gefangen sind. Man bewegt sich nicht, wenn dafür die Vorstellungskraft fehlt.
Wer hat Ihnen diesen konzeptuellen Rahmen vermittelt?
Meine Eltern hatten einen Laissez-faire-Erziehungsstil, sie haben mich unterstützt und wenig eingegriffen. Sie hatten vier Töchter und haben uns die Freiheit gegeben, uns zu entwickeln. Die Weichen werden früh gestellt, und sicher war entscheidend, dass wir vier Mädchen waren. Ich habe mit meinen Schwestern darüber gesprochen, dass unsere Eltern auf einen Jungen gewartet haben, er sollte Lars heißen, kam aber nie. Meine Eltern waren liberale, links orientierte Menschen, mein Vater hat mir oft erzählt, dass Demokraten im Unterschied zu Republikanern offen seien für den Wandel, das war damals seine Definition für die beiden Parteien. Aber, hätte es da einen Jungen gegeben, dann wäre das arme Kind im Zentrum des Interesses gestanden: In gewisser Weise wurden wir dadurch befreit, dass wir vier Mädchen waren.
Wie ging es Ihrem Vater damit?
Ich glaube, für ihn war es gut, dass er diesen Druck nicht hatte. Er war ehemaliger Soldat, ist in der Depressionszeit aufgewachsen, hat schwere Zeiten erlebt. Seine Eltern wurden durch die Depression ruiniert, sie konnten ihre Farm nicht mehr bewirtschaften, sie waren sehr arm, hatten ihr ganzes Leben lang kein fließendes Wasser. Diese maskuline Kultur, in der mein Vater mit väterlicher Autorität aufgewachsen ist, hätte ihn als Vater eines Sohnes unter großen Druck gesetzt, den es bei Mädchen nicht gab. Ich glaube im Laufe der Jahre begann mein Vater, das wirklich zu genießen, er war stolz auf uns alle.
Der Film macht spürbar, in welchem Maße Sie und Paul Auster eine Beziehung auf Augenhöhe geführt haben, und, dass Sie beide sich bereits als Sie sich kennenlernten, mit denselben Themen beschäftigt haben. Trotzdem wurden Sie immer wieder mit Kritikern konfrontiert, die Ihnen unterstellten, dass Sie von ihm gelernt, von ihm abgeschrieben hätten, als wäre eine Frau nicht in der Lage, eigenständig zu schreiben und zu denken …
Das ist wirklich seltsam! Dass ich das nur sehr langsam begriffen habe, hat damit zu tun, dass es mich immer wieder überrascht hat. Die Leute wissen, dass ich einen PhD in englischer Literatur habe, es ist nicht so, als wäre ich eine ungebildete Idiotin, die Paul geheiratet hat. Als wir ein Paar wurden, habe ich an meiner Dissertation gearbeitet, ich war eine belesene Intellektuelle. Dass das so nicht wahrgenommen wurde, habe ich immer wieder als Schock empfunden, und fragte mich, was ist hier los? Aber immer nur überrascht zu sein, ist kein guter Geisteszustand. Man muss lernen, damit umzugehen. Als ich meinen ersten Roman veröffentlichte, sagte ein deutscher Journalist zu mir, dass er glaube, Paul habe das Buch geschrieben. Das ist ein Buch über eine Doktorandin an der Columbia Universität, die in der 309 West 109th Street wohnt und durch die Stadt läuft, und über Dinge nachdenkt. Warum würde irgendjemand denken, dass nicht ich das geschrieben habe? Vielleicht war der Journalist nur wütend, mit einer hochgebildeten, belesenen Frau zu sprechen, das kann für Männer sehr einschüchternd wirken. Es geht darum, die Mechanismen zu erkennen, die Menschen herabwürdigen, das können die verschiedensten Dinge sein, Geschlecht, Rasse, physische oder geistige Beeinträchtigung.
„Hate speech does not tolerate answers.“ (Siri Hustvedt, lit.Cologne 2026)
Mit welchem Gefühl haben Sie den Film zum ersten Mal gesehen?
Ich hatte schon ein bisschen Angst, das will ich gar nicht leugnen, Sabine weiß das auch, Sich selber zu beobachten, ist immer seltsam. Aber ich finde, der Film ist wunderbar geworden, und auch sehr viel unterhaltsamer als ich für möglich gehalten hätte.
„Fiction is a vehicle for emotional truth.“ (Siri Hustvedt, lit.Cologne 2026)
Siri Hustvedt wurde 1955 in Northfield, Minnesota, geboren. Sie studierte Literatur an der Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Bislang hat sie sieben Romane publiziert. Mit „Was ich liebte“ hatte sie ihren internationalen Durchbruch. Zuletzt erschienen „Die gleißende Welt“ und „Damals“. Zugleich ist sie eine profilierte Essayistin. Bei Rowohlt liegen von ihr die Essaybände „Nicht hier, nicht dort“, „Leben, Denken, Schauen“, „Being a Man“, „Die Illusion der Gewissheit“ und „Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen“ vor.
Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Er studierte Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University und verbrachte nach dem Studium einige Jahre in Frankreich. International bekannt wurde er mit seinen Romanen „Im Land der letzten Dinge” und der New-York-Trilogie. Sein umfangreiches, vielfach preisgekröntes Werk umfasst neben zahlreichen Romanen auch Essays und Gedichte sowie Übersetzungen zeitgenössischer Lyrik. Am 30. April 2024 ist Paul Auster im Alter von 77 Jahren gestorben.