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Schauspielerbekenntnisse - ein buntes Kaleidoskop

21.05.2007  |  Das Gespräch führte: Tina Thiele

 © Motiv: Nina Haun | Credit: Janine Guldener
Steckbrief Nina Haun:
Nina Haun ist seit dem Sommer 2002 als Casting Director tätig. Sie verfügt über langjährige Erfahrung im TV- und Theaterbereich und war an der Filmakademie Baden-Württemberg für die Abteilungen Filmschauspiel und Szenenbild zuständig und leitete das akademieinterne Castingbüro. Heute ist sie Gastdozentin an der Filmakademie Baden-Württemberg. Nina Haun ist für die Besetzung zahlreicher, zum Teil mehrfach preisgekrönter Spiel- und Kinofilme wie etwa „Sommer 04“ von Stefan Krohmer, „Dresden“ von Roland Suso Richter, „Die Flucht“ von Kai Wessel oder den diesjährigen goldenen Lola-Gewinner „Vier Minuten“ von Chris Kraus verantwortlich.

Gleich am Anfang des Vorwortes wird Anna Maria Mühe zitiert: „Jedes kleine Mädchen will doch Schauspielerin, Sängerin oder Tänzerin werden! Was wolltest du als kleines Mädchen werden?
Ich kann mich an keinen Berufswunsch erinnern, ich glaube, ich war vollauf beschäftigt und glücklich damit, einfach ein kleines Mädchen zu sein.

Wie kam es zu der Buchidee und deinem Engagement als Co-Herausgeberin?
Thomas Schadt
, der künstlerische Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg, den ich durch meine Arbeit dort kenne und Béatrice Ottersbach, die Herausgeberin der UVK-Reihe „Praxis Film“, geben gemeinsam die „Bekenntnisse“-Reihe heraus, die sie letzten Herbst mit den „Regiebekenntnisse“ gestartet haben. Sie haben mir netterweise die Co-Herausgeberschaft an den „Schauspieler-Bekenntnisse“ angeboten und da Bücher generell einen wichtigen Platz in meinem Leben einnehmen – ich hatte deshalb auch Sprachen und Literaturwissenschaft studiert –, war das ein schöner Bogen zu meiner jetzigen Tätigkeit.

Wer hat die Auswahl der Schauspieler für das Buch „gecastet“ und nach welchen Kriterien?
Wir hatten gemeinsam eine Liste erarbeitet, die eine möglichst unterschiedliche Auswahl individueller Persönlichkeiten umfasst. Dabei wollten wir diverse Schauspieler-Generationen, Arbeitsweisen und Temperamente zu Wort kommen lassen. Die Texte sind in ihren Darstellungsformen sehr unterschiedlich geworden und in den Aussagen auch zuweilen widersprüchlich. Das haben wir uns erhofft, als wir unsere Wunschliste zusammengestellt haben. So sind manche Texte sehr kurz gefasst, andere viel ausführlicher, mal ernster, mal leichter im Ton…

Das Buch ist eine Zusammenstellung aus Texten, die Schauspieler selbst für das Buch geschrieben haben sowie Interviews mit Kurzporträts. Wie waren die Reaktionen auf den Aufruf!
Positiver als erwartet. Sich durchs Schreiben auszudrücken liegt Schauspielern vielleicht weniger nah als Regisseuren oder Drehbuchautoren, da sie auf der Bühne oder vor der Kamera mit vielfältigen Mittel und ihrer ganze Präsenz agieren. Manche hatten jedoch schlichtweg keine Zeit dafür oder auch das Gefühl, sich dazu nicht äußern zu können oder wollen. Umso mehr freuen wir uns über all die liebens- und lesenswerten “Schauspieler-Bekenntnisse“.

Christian Berkel beschreibt, dass er gleich zu Anfang seiner Karriere feststellen musste, wie austauschbar Schauspieler sind. Bei einer Schulaufführung sollte er einen der sieben Zwerge spielen. Durch plötzliches Fieber war er verhindert und wurde durch einen anderen Jungen ersetzt.

Wie schmerzlich sind für dich Umbesetzungen? Natürlich ist es schwierig, ein sorgsam zusammengestelltes Ensemble wieder umzubrechen. Und Schauspieler sind keineswegs einfach austauschbar, jeder bringt seine ganz eigene Farbe mit und man hat sich lange damit beschäftigt und quasi vor dem inneren Auge, wie der Film aussehen könnte. Das ist wie ein Mobilé, da kann man nicht einfach dort was wegnehmen, das muss fein austariert sein. Wenn eine Rolle umbesetzt werden muss, muss man sich vollständig vom ursprünglich besetzten Schauspieler lösen, keinen Doppelgänger suchen, das funktioniert nicht, eben, weil jeder einzelne etwas Originäres hat. Meist denkt man dann ganz neu, die Figur verändert sich dann auch wieder hin zu dem neuen Schauspieler und dadurch kann sich vieles verschieben, auch die Partner müssen dann unter Umständen wieder neu konstelliert werden. Ich finde aber auch, dass man Absagen respektieren muss, weil es immer ein Stück Leben ist, was gegeben wird und darüber zu entscheiden, wie und mit wem ich das verbringe, obliegt der persönlichen Freiheit.

Du interviewst ja selbst keine Schauspieler in dem Buch. Dennoch würde mich interessieren wie und über welchen Zeitraum die wirklich sehr intensiven und ergiebigen Interviews allen voran von Béatrice Ottersbach und Oliver Schütte geführt worden sind?

Doch, ich hatte die große Freude, mit Edgar Selge ein Gespräch zu führen, an das ich gerne denke und das in unserem Buch mit dem Titel „Spielen ist Glück“ überschrieben ist. Béatrice Ottersbach hatte über mehrere Monate fünf Interviews geführt und wirklich sehr viel Zeit und Energie investiert, aber auch jedes Mal freudestrahlend von diesen Begegnungen berichtet. An dieser Stelle auch herzlichen Dank an Nora Binder, Katharina Blum, Andreas Lebert, Gunnar Leue, Hans-Dieter Schütt und Oliver Schütte, die einzelne Gespräche miteingebracht haben.

Im Buch ist oft die Rede vom Regiefreiraum. Wie würdest du diesen, im Idealfall für dich beim Casting definieren?

Zunächst ist dieser Freiraum durch die Regisseure definiert, mit denen man arbeitet. Da habe ich das große Glück, mit vielen offenen, vorurteilsfreien und neugierigen Regisseuren zu casten, die mir soviel Vertrauen entgegenbringen, dass ich ganz frei und teilweise auch völlig schräg denken kann. Schauspieler vom Theater beispielsweise sind diesen sehr lieb und ich habe auch die Möglichkeit, unbekannte Gesichter zu Castings einzuladen und muss mich nicht entschuldigen, wenn vielleicht auch mal weniger passende Aspiranten dabei waren – nur so findet man immer wieder großartige Schauspieler, die der breiten Öffentlichkeit noch unbekannt sind! Auch Produzenten wie Nico Hofmann, Christian Rohde und Sascha Schwingel lassen mir viel Platz. Das hat wirklich viel mit Vertrauen zu tun, auch seitens von Reda
ktionen zum Beispiel. Auf der anderen Seite ist der Erfolgsdruck zuweilen enorm und man muss mit konventionellen vermarktungsorientierten Besetzungsvorstellungen und Vorgaben umgehen. Manchmal muss man für seine Besetzung kämpfen – mir macht das Spaß, obwohl es zuweilen anstrengend und nervenaufreibend sein kann. Das gehört aber auch zu den Herausforderungen des Berufes und macht ihn spannend. Ich verstehe meine Arbeit so, dass ich versuche, künstlerische und kommerzielle Ziele kreativ zu vereinen – ich finde beide legitim, solange am Ende ein stimmiges Ensemble entsteht. Am einschränkendsten finde ich die finanzielle Komponente, nach der versuche ich mich erst einmal nicht zu richten, sondern erst den richtigen Schauspieler zu finden und dann zu sehen, ob er in das Gagenraster passt. Je interessanter die Rolle, desto einfacher habe ich es auch.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass eine Schauspielausbildung nutzlos ist. Die im Buch interviewten bzw. vertretenen Schauspieler Felicitas Woll, Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Robert Stadlober, Matthias Schweighöfer (S. 38) und auch beispielsweise Christiane Paul haben keine Schauspielausbildung absolviert und sind dennoch erfolgreich. Welche Meinung hast du?

Das kann ich so pauschal nicht beantworten – ich könnte dir jetzt viele Gegenbeispiele nennen von ausgebildeten Schauspielern, die ebenfalls sehr erfolgreich sind. Die von Dir erwähnten Schauspieler Daniel Brühl, Robert Stadlober und Mathias Schweighöfer werden z.B. in ihren Interviews von Béatrice Ottersbach auf diese Frage angesprochen. Ihr ganz persönlicher Weg ging nicht über Schauspielschulen, aber keiner stellt den Wert einer Schauspielausbildung in Frage. Generell denke ich, dass eine fundierte Ausbildung einen guten Boden bereitet. Aber sicherlich gibt es auch Menschen, die das wunderbar so aus sich holen können oder temporär mit guten Coaches wie Frank Betzelt arbeiten.

Welche Erwartungen hast du an Schauspieler beim Durchsichten von Fotos, Vita und Demoband?

Ich möchte einen Eindruck gewinnen können und das in möglichst überschaubarer Zeit. Ein Foto, in dem sich die Persönlichkeit zu erkennen gibt, eine übersichtliche Vita und ein Demoband ohne viel Schnickschnack, in dem ich den Schauspieler gut sehen kann, wahrnehmen, wie er sich bewegt, hören, wie er spricht und eine Spielszene über eine gewisse Zeit lang trägt.

Wo schaust du nach Schauspielern oder anders gefragt: wie viel Zeit hast du überhaupt noch Schauspieler live zu sehen?

Ich sehe viele Schauspieler live, weil ich häufig ins Theater gehe und da nicht nur die auf der Bühne wahrnehme, sondern auch all die Kollegen, die als Zuschauer kommen. Oder in Berlin, wo ich lebe, ganz einfach auf der Strasse, beim Bäcker, im Kino, bei Festivals und und und. Aber ich gebe zu, dass ich gerne mehr Zeit hätte für einzelne persönliche Treffen, das ist jedes Mal wirklich inspirierend, aber aufgrund unseres Arbeitstempos und der Eingebundenheit in einen vollen Arbeitsalltag mache ich solche Termine nur projektbezogen. Ich würde mich gerne den ganzen Tag nur mit Schauspielern treffen, aber dann würde die organisatorische Arbeit, die auch wichtig ist, liegen bleiben.

Wie hat sich der Beruf aus medialer Sicht in den letzten fünf Jahren verändert?

Wenn Du unter medialer Sicht die Wahrnehmung des Berufes durch die Medien verstehst, kann ich eigentlich keine Veränderung feststellen, obwohl vielleicht durch die Gründung unseres Verbandes BVC e.V. innerhalb der Filmschaffenden das Bewusstsein um die Aufgaben und Wertigkeit unseres Berufes gestärkt wurden. Wenn Du die Medien meinst, mit denen wir arbeiten, so hat sich die DVD gegenüber der VHS durchgesetzt, obwohl die Handhabung von DVDs noch extrem verbesserungswürdig ist. Unser Archiv, also das der UFA holding, wird nun digitalisiert, dadurch wird vieles einfacher, effektiver und entspricht immer dem aktuellsten Stand. Generell bietet das Internet eine sehr gute Plattform – Fotos, Vitae, Showreels kann man gut im Netz abrufen.

Der Beruf des Schauspielers ist ein besonderes Handwerk. An mehren Stellen des Buches wird das Beispiel verdeutlicht, dass im Gegensatz zum „normalen Handwerker“ man die Seele ja nicht in eine Steckdose packen kann. Wie hoch ist in deinen Augen hierzulande das Ansehen des Schauspielhandwerks?

Ich denke, dass die Bindung eher emotional als leistungsorientiert ist – wie ein Schauspieler eine Rolle erarbeitet, diesen gesamten Prozess kennt der Zuschauer nicht und gerade wenn es scheint, als spiele jemand nicht, ist das eine enorme Leistung, die mühelos wirken kann und doch viel mit Handwerk, tiefer Auseinandersetzung, Training, persönlicher Energie usw. zu tun hat. Ich glaube, generell könnte der Respekt Menschen gegenüber, egal welcher beruflichen Sparte – ob Elektriker, Sportler oder Schauspieler - größer sein.

Welchen Stellenwert hat / hatte der Buchprozess für dich als Akademikerin (abgeschlossenes Magisterstudium der Germanistik und Romanistik). Anders gefragt: Hat sich durch die Arbeit am Buch deine Sichtweise zu deiner Aufgabe als Casting Director verändert?

Nein. Vieles, was ich im Studium gelernt habe – seien es dramaturgische Kenntnisse, einen Überblick über Stoffe der Weltliteratur oder auch das Beherrschen von Fremdsprachen – fließt täglich in meine Tätigkeit ein. Ich mochte die Arbeit an dem Buch sehr, weil ich neugierig bin auf Menschen und deren Geschichte(n). Aus genau dieser Neugierde und auch Empathie arbeite ich als Casting Director – und ich habe Freude am Kuppeln, d.h. daran, Menschen zusammenzubringen, die daraus etwas schöpfen können. Die „Schauspieler-Bekenntnisse“ sind ein buntes Kaleidoskop, das seinen Lesern – ob Filmprofis, Theatergänger, Cineasten oder Menschen, die sich sonst mit etwas ganz anderem beschäftigen – Erkenntnisse über andere und damit auch über sich selbst schenken kann.

Vielen lieben Dank und viel Erfolg mit dem Buch sowie weiterhin mit dem Casting;-)

Im Anhang finden Sie aus dem Buch "Schauspielerbekenntnisse" Auszüge der Beiträge von:
- Christian Berkel
- Daniel Brühl
- Hannah Herzsprung
- Rosel Zech

Anhänge

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last update: 23.02.2026 Details