CN Klappe
Qualität versus Preis-Was ist eine gute Synchronisation wert?
| Das Gespräch führte: Tina Thiele
Anlässlich des medienforums 2007 lud der Bundesverband der Deutschen Synchronproduzenten (BVDSP) zum Panel Qualität versus Preis- Was ist eine gute Synchronisation wert? ein.
Im folgenden Interview kommen die beiden stellvertretenden Verbandsvorstandsvorsitzenden Oliver Fay (Splendid Synchron GmbH) und Björn Herbing (Arena Film GmbH & Synchron KG) zu Wort.
Was waren die Beweggründe den „Bundesverband der deutschen Synchronproduzenten“ zu gründen?
B.H.: Konkreter Auslöser waren sicherlich die Unsicherheiten in der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung und Abrechnung der Synchronsprecher und die daraus resultierende Einsicht der Firmen, dass bei allem Wettbewerb bestimmte Themen nur gemeinsam gelöst werden können.
Was ist an der These dran, dass Synchronschauspieler in eine Abhängigkeit gedrängt werden?
Von wem wird diese These vertreten?
O. F.: Wir wüssten nicht, inwieweit Synchronschauspieler in eine Abhängigkeit gedrängt werden.
Der BVDSP versucht gemeinsam mit dem Sprecherverband I.V.S allgemeingültige Rahmenbedingungen für die Branche zu schaffen.
Wie erlebte die Arena Film die Abrechnungsproblematik am eigenen Leib?
B.H.: Wir wurden bis einschließlich 1998 regelmäßig ohne Beanstandungen durch die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BFA) geprüft. Im Jahre 2002 kam dann eine erneute Prüfung zu dem Ergebnis, dass wir hohe Nachforderungen nachzuzahlen hätten, obwohl wir exakt genauso abgerechnet hatten, wie in den Jahren zuvor. Da uns das an den Rand der Insolvenz getrieben hätte, konnten wir das natürlich nicht akkzeptieren. Zum Glück ging es 10 weiteren Berliner Synchronfirmen genauso. So haben wir uns zusammen getan und uns gemeinsam erfolgreich gewehrt. Ma kann sagen, dass dies der Vorläufer für unseren später gegründeten Verband war.
Wie erlebte die Splendid Synchron GmbH die Abrechnungsproblematik?
O. F.: Ich kann dazu keine besonderen Ausführungen machen. Allgemein gilt sicherlich, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie das vom Deutschen Rentenbund vorgelegte Abrechnungsmuster komplex und kompliziert sind und damit einen erhöhten bürokratischen Aufwand nach sich ziehen.
Was wurde im Verband bzgl. der Abrechnungsproblematik beschlossen?
B.H.: Die Mitglieder des BVDSP haben die z. Zt. gültigen Kriterien der Spitzenverbände der Sozialversicherungen vom 30.09.05 zur Abrechnung zu akzeptieren, um nicht das Risiko erheblicher Nachforderungen seitens der DRV – Bund einzugehen.
In den Gesprächen mit der DRV Bund war deshalb erste Priorität – unabhängig vom jeweiligen Status des Schauspielers - eine weitestgehende Rechtssicherheit für die Unternehmen zu erlangen. D.h. die den Unternehmen vorgegebenen Beurteilungskritierien, die heute gelten, müssen auch noch in drei Jahren deutungsfrei gelten. Dies war in der Vergangenheit leider nicht immer der Fall.
O. F.: Unser zweites Ziel war und ist, sowohl für die Schauspieler als auch für die Unternehmen möglichst praxisnahe und unbürokratische Abrechnungskriterien zu entwickeln.
Hier wurden wir bisher nicht erhört – ob wir es geschafft haben, Rechtssicherheit zu erlangen wird die Zukunft zeigen.
Wie eng ist der Dialog zwischen Ihnen als Verband und dem Interessenverband der Synchronschauspieler e.V.?
O. F.: Beide Vorstände (BVDSP und IVS) treffen sich in regelmäßigen Abständen und tauschen sich über aktuelle Fragen und Probleme aus.
Am 1. Dezember 2006 gab es dann ja auch ein Treffen mit beiden Verbänden mit der Deutsche Rentenversicherung Bund. Was kam dabei heraus?
B.H.: Die DRV Bund sowie die Vertreter der KSK, der Krankenkassen und der Prüfdienste haben die im Schreiben vom 20.09.2006 verbreiteten Abrechnungsvorschriften erläutert. Dazu wurde ein Raster ausgeteilt, anhand dessen es den Firmen erleichtert werden soll, den Abrechnungsstatus zu prüfen. Auch vom BVDSP im Vorfeld vorgelegte exemplarische Einzelfälle wurden erörtert und durchgesprochen. Trotz aller Bereitschaft zur Kooperation und dem geäußerten Verständnis für die Komplexität des Abrechnungsverfahrens machten die Vertreter der Spitzenverbände von Anfang an klar, dass die von der DRV Bund erstellten Abrechnungsmodalitäten bis zu einer höchstrichterlichen Klärung des Sozialversicherungsstatus von Synchronschauspielern nicht zur Disposition gestellt werden.
Was sind die kurzfristigen Ziele des BVDSP?
O. F.: Kurzfristig geht es vor allem darum, für die Mitglieder des BVDSP gemeinsame Rahmenbedingungen zu schaffen.
Was sind die langfristigen Ziele des Verbandes?
B.H.: Die mittel- und langfristigen Ziele sind in § 2 unserer Satzung niedergeschrieben: der BVDSP setzt sich für die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Belange der Synchronbranche ein.
Verwenden Sie selbst den Begriff Synchronschauspieler?
O. F.: Wir verwenden eher den Begriff Synchronsprecher/in. Dieser hat sich seit jeher so eingebürgert. Wobei ich ausdrücklich unterstreichen möchte, dass es sich bei der Tätigkeit der Sprecher/in um eine schauspielerische Leistung handelt.
Warum hat sich der Verband nicht einem anderen artverwandten Verband oder Gewerkschaft angeschlossen?
B.H.: Zum einen: der BVDSP versteht sich nicht als Arbeitgeberverband und wird sich daher mit Sicherheit nie einer Gewerkschaft anschließen. Zum anderen: die Probleme der Synchronbranche sind dermaßen speziell, dass es keinen Sinn ergibt, sich einem artverwandten Verband anzuschließen. Es gilt zunächst die spezifischen Probleme der Branche zu lösen und eine eigene Identität zu entwickeln. Wenn dies erreicht ist, ist es nicht auszuschließen, das man sich mit anderen artverwandten Verbänden austauscht. Aber der BVDSP wird sich sicherlich immer seine Unabhängigkeit und Eigenständigkeit bewahren.
Sind sie als Synchronfirmen nicht Konkurrenten?
O. F.: Natürlich stehen alle Synchronfirmen (auch die im BVDSP zusammengeschlossenen sind) untereinander in einem sehr harten Wettbewerb. Dies schließt jedoch nicht aus, dass man versuchen sollte, allgemeine Probleme, Fragen oder Themen gemeinschaftlich zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Synchronbranche?
O. F.: Einen respektvollen Umgang aller am Synchronprozess Beteiligten (Auftraggeber – Studios – Sprecher) und dass es uns gelingt, in der Öffentlichkeit eine höhere Wertschätzung für den Synchronisationsprozess zu erzielen.
Und Sie?
B.H.: Alles was sich Herr Fay wünscht :-) und dazu:
1. Eine hohe Nachfrage nach Synchronproduktionen.
2. Klare Regeln für alle Marktteilnehmer.
Vielen Dank!
Konnte im Interview wie auch auf dem Panel nicht die Ausgangsfrage beantwortet werden, was eine Synchronisation preislich und qualitativ wert ist, finden Sie im Anhang ein TV-Programm vom 19. Juni 2007, welches zumindest deutlich macht, wie viel das Synchronisationsgeschäft quantitativ ausmacht.
(Synchonisierter TV-Programminhalt ist mit Farbmarker markiert | © Roland Hemmo)
Bundesverband Deutscher Synchronproduzenten (BVDSP)
Hohenzollerndamm 150
D-14199 Berlin
info@bvdsp.de
www.bvdsp.de
Was sind die kurzfristigen Ziele des BVDSP?
O. F.: Kurzfristig geht es vor allem darum, für die Mitglieder des BVDSP gemeinsame Rahmenbedingungen zu schaffen.
Was sind die langfristigen Ziele des Verbandes?
B.H.: Die mittel- und langfristigen Ziele sind in § 2 unserer Satzung niedergeschrieben: der BVDSP setzt sich für die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Belange der Synchronbranche ein.
Verwenden Sie selbst den Begriff Synchronschauspieler?
O. F.: Wir verwenden eher den Begriff Synchronsprecher/in. Dieser hat sich seit jeher so eingebürgert. Wobei ich ausdrücklich unterstreichen möchte, dass es sich bei der Tätigkeit der Sprecher/in um eine schauspielerische Leistung handelt.
Warum hat sich der Verband nicht einem anderen artverwandten Verband oder Gewerkschaft angeschlossen?
B.H.: Zum einen: der BVDSP versteht sich nicht als Arbeitgeberverband und wird sich daher mit Sicherheit nie einer Gewerkschaft anschließen. Zum anderen: die Probleme der Synchronbranche sind dermaßen speziell, dass es keinen Sinn ergibt, sich einem artverwandten Verband anzuschließen. Es gilt zunächst die spezifischen Probleme der Branche zu lösen und eine eigene Identität zu entwickeln. Wenn dies erreicht ist, ist es nicht auszuschließen, das man sich mit anderen artverwandten Verbänden austauscht. Aber der BVDSP wird sich sicherlich immer seine Unabhängigkeit und Eigenständigkeit bewahren.
Sind sie als Synchronfirmen nicht Konkurrenten?
O. F.: Natürlich stehen alle Synchronfirmen (auch die im BVDSP zusammengeschlossenen sind) untereinander in einem sehr harten Wettbewerb. Dies schließt jedoch nicht aus, dass man versuchen sollte, allgemeine Probleme, Fragen oder Themen gemeinschaftlich zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Synchronbranche?
O. F.: Einen respektvollen Umgang aller am Synchronprozess Beteiligten (Auftraggeber – Studios – Sprecher) und dass es uns gelingt, in der Öffentlichkeit eine höhere Wertschätzung für den Synchronisationsprozess zu erzielen.
Und Sie?
B.H.: Alles was sich Herr Fay wünscht :-) und dazu:
1. Eine hohe Nachfrage nach Synchronproduktionen.
2. Klare Regeln für alle Marktteilnehmer.
Vielen Dank!
Konnte im Interview wie auch auf dem Panel nicht die Ausgangsfrage beantwortet werden, was eine Synchronisation preislich und qualitativ wert ist, finden Sie im Anhang ein TV-Programm vom 19. Juni 2007, welches zumindest deutlich macht, wie viel das Synchronisationsgeschäft quantitativ ausmacht.
(Synchonisierter TV-Programminhalt ist mit Farbmarker markiert | © Roland Hemmo)
Bundesverband Deutscher Synchronproduzenten (BVDSP)
Hohenzollerndamm 150
D-14199 Berlin
info@bvdsp.de
www.bvdsp.de
Anhänge
binder1.pdf
1,167.3 KB
© TV-Programm
Download