Wie Figuren lebendig werden - Schauspieltraining Intensivwoche
Zeitraum: 25.09.2026 – 30.09.2026
Bewerbungsschluss: 25.09.2026
Dozent*innen: Ingrid Sturm
Typ: Einzeltermin
Ort: Wien
Beschreibung:
Eine Figur beginnt lange vor dem Text. Denn wie ein Mensch spricht und handelt, hängt damit zusammen, mit welchen Augen er auf die Welt blickt. Diese sechstägige Intensivwoche bietet dir ein Schauspieltraining, in dem du lernst, eine Rolle Schritt für Schritt kennenzulernen und ihre Entwicklung über einen längeren Zeitraum aufzubauen.
Dafür legen wir den Text zunächst beiseite und beschäftigen uns mit dem Menschen, der hinter diesen Worten steht. Was bewegt ihn? Welche Werte und gesellschaftlichen Umstände prägen ihn? Und was liebst du an ihm – und was nicht? Du bekommst Handwerkszeuge, durch die dir dieser Mensch persönlich zugänglich und erlebbar wird.
Was dich in diesem Schauspieltraining erwartet
Den Körper öffnen
Vom ersten Tag an machen wir uns kontinuierlich auf die Suche nach dem natürlichen Verhalten und den verborgenen Zielen der Figur. Dafür trainierst du deinen Körper so, dass er empfänglich, präsent und ausdrucksfähig wird. Denn über ihn erschließen sich auch die tieferen Empfindungen und Impulse der Figur.
Während der gesamten Intensivwoche arbeiten wir deshalb an einer speziellen schauspielerischen Entspannung, die überflüssige körperliche Spannung löst und dich zugleich gelassen und hellwach sein lässt. Verschiedene Übungen zur Konzentration und mentalen Entspannung ergänzen diesen Prozess.
Mit allen Sinnen imaginieren
In diesem Training für Schauspiel machen wir uns verschiedene Gefühle über die Erinnerung an spezifische Sinneserfahrungen zugänglich. Schritt für Schritt trainierst du, über solche Erinnerungen – etwa die Wärme der Sonne auf der Haut, den Geschmack einer Zitrone oder die Stimme eines vertrauten Menschen – tatsächliche Empfindungen und emotionale Reaktionen hervorzurufen.
So beginnst du, einen persönlichen Fundus an sinnlichen Auslösern aufzubauen, den du unmittelbar in deiner Rollenarbeit einsetzt. Zugleich schulst du auf anspruchsvolle Weise dein schauspielerisches Instrument.
Wie aus einer Rolle ein Mensch wird
Auf dieser Grundlage wendest du dich nun dem Leben deiner Figur zu. In biografischen Improvisationen und spielerischen, körperlichen sowie szenischen Aufgaben durchlebst du deine Figur in unterschiedlichen Lebenssituationen.
Du lernst, dir Aufgaben zu stellen, durch die du sie in Situationen erlebst, die im Stück nicht beschrieben sind – von unscheinbaren Momenten ihres Alltags bis zu entscheidenden Wendepunkten in ihrem Leben. Wie steht sie morgens nach einem langen Fest auf? Und wie erlebt sie einen Moment unmittelbar nach einer schmerzhaften Erfahrung?
Dabei übst du dich darin, vorschnelle Festlegungen zu vermeiden. Du gibst dir Zeit, genauer zu spüren, und lernst, mit diesem offenen, noch undefinierten Raum gelassen umzugehen. So können Seiten der Figur auftauchen, mit denen du selbst nicht gerechnet hast.
Die wichtigste Quelle für diese Rollenforschung bist dabei du selbst. Dein Körper, deine Intuition und deine Erfahrungen bilden die Brücke zur Figur. Du lernst, ihr deine eigenen Gefühle, Gedanken und Absichten zur Verfügung zu stellen.
Wenn du zum Text zurückkehrst
Wenn du schließlich zum Text zurückkehrst, begegnest du ihm mit all den Erfahrungen, die du mit deiner Figur bereits gemacht hast. Du erkennst, dass der Text am Ende einer langen Kette innerer Vorgänge steht.
Nun übst du, die Worte mit diesen Erfahrungen zu füllen und sie über den Text zum Ausdruck zu bringen.
Auf der Suche nach Wahrhaftigkeit
Dieses professionelle Schauspieltraining beruht auf Ingrid Sturms langjähriger Erfahrung mit den Schauspielansätzen von Konstantin Stanislawski, Lee Strasberg, Sanford Meisner, Ruth Zaporah und weiteren körperorientierten Methoden. Daraus hat sie eine eigene Arbeitsweise entwickelt, in der Rollenforschung, körperliche Erfahrung, Improvisation und die persönliche Lebenserfahrung der Schauspieler:innen eng miteinander verbunden sind.
Im Zentrum steht dabei immer wieder die Frage: Was bedeutet es, auf der Bühne wahrhaftig zu sein? Wie kann eine Szene von Moment zu Moment entstehen, obwohl du den nächsten Satz bereits kennst? Und wie kannst du als Figur mit allen Kräften um dein Ziel kämpfen, obwohl du als Schauspieler:in weißt, wie die Szene endet?
Intensivwoche: Sechs Tage im Prozess bleiben
Das kompakte Format der Intensivwoche ermöglicht dir, sechs Tage lang kontinuierlich an deiner Rolle und deinem schauspielerischen Instrument zu arbeiten. In einer geschlossenen Gruppe und einem sicheren Rahmen bleibst du mit der Figur verbunden, ohne dass der Prozess immer wieder vom Alltag unterbrochen wird.
Veranstalter:
Schule des Theaters
E-Mail: office@schuledestheaters.at
Website: https://schuledestheaters.at/Angebot/schauspieltraining-intensiv/
Kosten:
Early Bird EUR 513,– bis 25. August 2026 | Regulär EUR 576,– | Late Bird EUR 639,– ab 14. September | alle Preise inkl. gesetzlicher USt. |
10 % Ermäßigung für Studierende und Arbeitssuchende – auch auf den Early-Bird-Preis
Info:
Termine der Intensivwoche:
Fr., 25.9.: 18:00 – 21:30
Sa., 26.9.: 12:30 – 16:00 & 18:00 – 21:00
So., 27.9.: 12:30 – 15:30 & 17:00 – 20:00
Mo., 28.9.: 18:00 – 21:30
Di., 29.9.: 18:00 – 21:30
Mi., 30.9.: 18:00 – 21:30
Die Intensivwoche für Schauspieltraining in Wien richtet sich an:
Anfänger:innen und Fortgeschrittene,
die einen fundierten Zugang zur Rollenarbeit suchen
alle, die ihr Spiel
wahrhaftiger, freier
und gegenwärtiger
machen wollen
Profis,
die neue Handwerkszeuge für die eigenständige Entwicklung einer Figur erwerben möchten
Mindestalter:
Das Schauspieltraining steht Menschen aller Altersgruppen ab 17 Jahren offen.
Abschluss: Teilnahmebestätigung