• Casting
    • Casting Directors
    • Produktionsspiegel
    • Casting Angebote
    • Angebot kostenlos schalten
  • Workshops
    • Alle Workshops
    • Workshop schalten
  • Netzwerk
    • Alle Netzwerkeinträge
    • Ausbildung
    • Expertise & Services
    • Sprungbrett
    • Casting Directors
    • Agenturen
    • Audio & Synchron
    • Eintrag erstellen
  • News
    • CN Klappe
    • CN Kalender
    • CN Special
    • Talk & Connect
    • Newsletter anmelden
  • Vielfalt
    • Cast Me In
    • Set for All
    • Diversity Network
    • Vereine und Verbände
    • Unterstütze uns!
Login
Pro Mitglied werden
  1. Home
  2. CN Klappe
  3. Lasst uns kommunizieren
CN Klappe
  • Artikel
  • Agenturen

Lasst uns kommunizieren

29.06.2026 | Redaktion

VdA-Panel beim Filmfest München: Zwischen Krise und Neuanfang – warum die Branche jetzt den Dialog sucht

Wie geht es weiter mit der deutschen Filmbranche? Diese Frage stellte der Verband der Agenturen (VdA) beim Filmfest München mit seinem Panel „Krise oder das neue Normal? – Ende oder Neuanfang?“. Der VdA, der die Interessen professioneller Künstleragenturen vertritt und sich seit Jahren für faire Rahmenbedingungen sowie den Austausch zwischen den Gewerken einsetzt, brachte dafür Vertreter*innen aus Agentur, Casting, Produktion und dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) an einen Tisch. Moderiert wurde die Diskussion von Schauspielerin und Moderatorin Annabelle Mandeng.

Bereits zu Beginn der Diskussion stand eine Frage im Raum, die sinnbildlich über dem gesamten Panel schwebte: „Was würde Bernhard Hoestermann heute tun?“ Gemeint war damit nicht nur der Blick auf einen prägenden Agenten der Branche, sondern auch die Frage, wie Führung, Haltung und Verantwortung in Zeiten großer Veränderungen aussehen können. Die Antworten der Panelgäste fielen unterschiedlich aus – führten jedoch alle zu einer gemeinsamen Erkenntnis: Die Branche braucht mehr Austausch statt Abschottung, mehr Miteinander statt Gegeneinander und Mut.

Den Auftakt machte Carola Studlar, Gründungsmitglied des Verbands der Agenturen und Ideengeberin des Panelthemas, wie Vorstand Ulrich Meinhardt im Anschluss verriet.  Sie beraten, begleiten und vermitteln zwischen Schauspieler, Casting und Produktionen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden sie immer stärker zu Brückenbauer und „Möglichmacher“, die unterschiedlichen Interessen zusammenführen und kreative Prozesse begleiten. Für Studlar ist die aktuelle Situation deshalb weniger das Ende eines Systems als vielmehr ein Umbruch, der neue Chancen eröffnet – wenn alle Beteiligten bereit sind, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

VdA Vorstand Koller, Meinhardt und Fechenbach

VdA Vorstand Koller, Meinhardt und Fechenbach

© Casting Network

Den Begriff „Krise“ wollte Studlar dabei nicht ausschließlich negativ verstanden wissen. Aus ihrer langjährigen Erfahrung sehe sie viele Parallelen zu früheren Umbruchsphasen der Branche. Veränderungen gehörten zum Filmgeschäft dazu – entscheidend sei, sie als Chance zur Neustrukturierung zu begreifen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, statt sich ausschließlich auf die Probleme zu konzentrieren.

Die Produzentin Dr. Claudia Thieme schilderte die Situation aus Sicht der Produktion. Viele Projekte scheiterten heute nicht an fehlenden Ideen, sondern an Finanzierungslücken, langen Entscheidungswegen und mangelnder Planungssicherheit. Besonders belastend seien kurzfristige Richtungswechsel oder lange Phasen ohne Rückmeldung. Ihr Appell war eindeutig: Entscheidungen müssten transparenter getroffen und vor allem klar kommuniziert werden. Planungssicherheit sei für alle Beteiligten zu einem entscheidenden Faktor geworden.

Casting Director Daniela Tolkien (BVC) sprach über die Veränderungen im Casting der letzten Jahre nach Corona. Während Casting Directors früher selbstverständlich als kreative Partner*in wahrgenommen wurden, werde ihre Arbeit heute zunehmend organisatorisch verstanden. Gleichzeitig beobachte sie eine wachsende Unsicherheit auf Entscheiderebene. Ihr Wunsch war daher klar: wieder mehr Vertrauen in die Expertise der einzelnen Gewerke und mehr Mut zu kreativen Entscheidungen und sich offline zu treffen.

Besonders eindringlich sprach Daniela Tolkien über das Thema Diversität. Vielfalt müsse sich – so wie unsere Gesellschaft ist – auch in den Geschichten und auf der Leinwand widerspiegeln. Entscheidend sei jedoch nicht nur, wer vor der Kamera steht, sondern vor allem, wer Stoffe entwickelt, wer in Redaktionen, Produktionen und Sendern Entscheidungen trifft und welche Lebensrealitäten dort vertreten sind. Authentische Geschichten entstünden nur dann, wenn auch die Perspektiven hinter der Kamera vielfältiger würden.

In diesem Zusammenhang verwies Tolkien auf ein neues Statement-Paper des Bundesverbands Casting (BVC), das sich derzeit in Arbeit befindet und sich mit Diversität, Teilhabe und zukunftsfähigen Strukturen in der Branche auseinandersetzt.

Beka Bediana, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Schauspiel (BFFS), machte deutlich, dass die Krise längst bei den Schauspielenden angekommen sei. Sinkende Produktionszahlen, kürzere Drehzeiten und wachsender Kostendruck führten dazu, dass tarifliche Standards zunehmend unter Druck geraten. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass viele Lösungen bereits existierten – sie müssten jedoch konsequenter umgesetzt werden. Dafür brauche es einen engen Austausch zwischen Schauspiel, Agenturen, Produktionen und Verbänden.

Ein besonders offener Moment entstand beim Thema Gagen. Daniela Tolkien sprach aus, was viele im Saal offensichtlich beschäftigte: Wunschgagen und verfügbare Budgets lägen heute häufig weit auseinander. Daraus entstünden schwierige Gespräche zwischen Casting und Agenturen. Ihr Vorschlag war bemerkenswert einfach: mehr Transparenz. Statt immer wieder dieselben Verhandlungen zu führen, brauche es einen ehrlichen Dialog darüber, welche Gagen unter den aktuellen Marktbedingungen tatsächlich realistisch seien. Nur wenn alle Beteiligten ihre Situation offen kommunizierten, könnten tragfähige Lösungen entstehen.

Auch Zukunftsthemen kamen zur Sprache. Carola Studlar berichtete von einem Gespräch mit einem US-Produzenten, der auf Robert Redfords Umgang mit den Rechten an seinem digitalen Abbild verwies. Das Beispiel machte deutlich, wie wichtig Fragen rund um Künstliche Intelligenz sowie der Schutz kreativer und persönlicher Rechte künftig für die Branche sein werden.

Nicht zuletzt richtete sich der Blick auf die politischen Rahmenbedingungen. Investitionsverpflichtungen für Streamingdienste, Tax Rebate, die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland standen im Mittelpunkt der Diskussion. Einigkeit herrschte darüber, dass die angekündigten Maßnahmen wichtige Signale setzen, langfristig jedoch weitere Reformen notwendig sein werden, um Deutschland als Filmstandort nachhaltig zu stärken.

Drei Erkenntnisse des VdA-Panels

Kommunikation schafft Vertrauen.
Ob zwischen Agenturen, Casting, Produktion, Schauspiel oder Politik – viele Probleme entstehen dort, wo Gespräche ausbleiben oder Entscheidungen nicht transparent vermittelt werden.

Vielfalt braucht Mitsprache.
Diversität bedeutet nicht nur vielfältige Besetzungen vor der Kamera, sondern ebenso vielfältige Perspektiven in den Positionen, in denen Geschichten entwickelt und Entscheidungen getroffen werden.

Die Branche braucht Zusammenhalt.
Unterschiedliche Gewerke haben unterschiedliche Blickwinkel – aber ein gemeinsames Ziel: gute Geschichten zu erzählen und den Filmstandort Deutschland zu stärken.

Das VdA-Panel machte deutlich, dass die Filmbranche vor großen Herausforderungen steht. Gleichzeitig wurde aber auch sichtbar, wie viel Erfahrung, Kompetenz und Gestaltungswille in den verschiedenen Gewerken vorhanden ist. Vielleicht war genau das die wichtigste Botschaft des Nachmittags: Nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander sprechen. Denn nur gemeinsam lässt sich die Zukunft der Branche gestalten.

Wir vernetzen Talente

Feedback
Neu entdecken!
Das Team
Amaka Iyizoba
Cast Me In
Diversitätsbeauftragte
Amaka Iyizoba
Kontakt
+49 221 94655620
info@casting-network.de
Bürozeiten:
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
Über Uns Das Team Pat*innen Hilfe / FAQ Preisliste Werben Presse
© 2025 Casting Network. All rights reserved.
AGB Datenschutz Impressum Vertrag kündigen Cast Me In e.V. Code of Conduct