Barbara Rohm: Intimacy Coordinating - Ein neues Berufsfeld
| Redaktion
Intimacy Coordinator unterstützen Regie und Schauspielende bei der professionellen Planung und Umsetzung von Szenen, die für die Beteiligten ein erhöhtes Maß an Verletzlichkeit oder Schutzbedarf mit sich bringen. Das betrifft nicht nur Nacktheit, Küsse, simulierte sexuelle Handlungen oder sexualisierte Gewalt, sondern auch andere Formen intensiver körperlicher Nähe, etwa im medizinischen Umfeld oder im familiären Umfeld. Gemeinsam mit den Schauspielenden entwickelt der Intimacy Coordinator eine klare choreografische Basis.
Barbara Rohm ist Gründerin des culture change hub, der Tools und Expertise für faire, sichere und würdevolle Arbeitsbedingungen bietet. Sie hat die erste Intimacy Coordinator Weiterbildung im deutschsprachigen Raum in Kooperation mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) entwickelt.
Als Ausbilderin ist es ihr ein Anliegen, in einem noch jungen, ungeschützten Berufsfeld hohe fachliche Standards zu setzen und Teilnehmende praxisnah auf ihre Arbeit am Set und am Theater vorzubereiten. Gemeinsam mit dem BFFS initiierte und baute sie zudem die Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt auf.
Sie berät international Institutionen der Filmbranche und ist Referentin an Hochschulen, u. a. an der Zürcher Hochschule der Künste und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Themen Arbeitskultur und Kulturwandel, Genderbalance und Diversität, vom Male Gaze zum Female Gaze und Intimitätsdarstellungen.
© Barbara Rohm
Wie würdest du die Aufgabe eines Intimacy Coordinators beschreiben, und warum greift es zu kurz, dabei ausschließlich an die Choreografie intimer Szenen zu denken?
Intimacy Coordinator begleiten Regie und Darstellende bei der professionellen Planung und Umsetzung von Szenen, die ein erhöhtes Maß an Verletzlichkeit mit sich bringen – am Set genauso wie auf der Bühne. Das reicht von Nacktheit, Küssen, simuliertem Sex und sexualisierter Gewalt bis zu Szenen, an die auf den ersten Blick nicht gedacht wird: eine Geburt, eine medizinische Untersuchung, eine Trost- oder Kuschelszene zwischen Eltern und Kind.
Wer dabei nur an Choreografie denkt, sieht nur einen Teil des Bildes. Choreografie ist ein wichtiges Werkzeug, aber der eigentliche Kern der Arbeit liegt woanders: Es geht in erster Linie darum, Schauspielenden ein sicheres Fundament zu geben, auf dem sie sich frei entfalten können. Intimitätsdarstellungen sind für sie immer eine Herausforderung, der sie sich stellen können, wenn der Boden dafür trägt. Am Set ist der Druck enorm: Schauspielende versuchen zu funktionieren – auch dann noch, wenn sich bei ihnen bereits Ohnmachtsgefühle oder ein Kontrollverlust einstellen. Genau in diesem Moment braucht es Werkzeuge, auf die man sich zurückziehen kann: eine geübte Choreografie, ein Time-Out-Wort, eine klare Absprache, die trägt. Das nimmt der schauspielerischen Leistung nichts weg – im Gegenteil, es macht sie erst möglich. Die Technik ist keine Einschränkung der Kreativität, sie ist ihre Grundlage.
Auch für Produktionen zahlt sich das aus. Wenn Szenen gut vorbereitet sind, spart das enorm viel Zeit am Drehtag, und es wirkt präventiv gegen Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen. Arbeit am Set oder in einer Theaterproduktion bedeutet oft hohen Zeitdruck, steile Hierarchien und wenig Raum, Zweifel zu äußern. Gerade jüngere Schauspielende und Teammitglieder legen heute großen Wert auf eine wertschätzende, respektvolle Arbeitskultur und Intimacy Coordinator tragen maßgeblich dazu bei, dass sich dieser neue Umgang am Set und auf der Bühne durchsetzt.
Was ist Intimacy Coordination bewusst nicht – wo liegen die Grenzen zu Therapie oder psychologischer Begleitung?
Eine ganz wichtige Klarstellung: Intimacy Coordinator sind keine Therapeut*innen, Psycholog*innen oder Sexualbegleiter*innen – das ist nicht ihr Auftrag. Es geht nicht darum, Schauspielende von vermeintlichen Hemmungen zu befreien oder sie therapeutisch zu begleiten. Im Gegenteil – der private, persönliche Teil der Schauspielenden wird durch diese Arbeit geschützt. Intimacy Coordinator arbeiten Trauma-sensibel. Das bedeutet: Man geht achtsam mit potentiellen Traumata um, hinterfragt oder bearbeitet sie aber nicht. Was stattdessen zur Verfügung steht, sind Techniken wie die Choreografie, damit Schauspielende selbst entscheiden, wie viel Technik sie für ihre Rollenarbeit nutzen. Sich darauf zurückziehen zu können, verhindert Ohnmachtsgefühle und gibt Sicherheit fürs Spiel.
Welche Rolle spielt die Kommunikation bei der Intimacy Coordination – insbesondere beim Zusammenspiel zwischen der Vision der Regie und den Grenzen der Schauspielenden?
Kommunikation ist das Herzstück dieser Arbeit – und zwar bevor die Kamera läuft oder der Vorhang aufgeht, aber auch währenddessen. Ein Intimacy Coordinator führt getrennte Gespräche mit der Regie über die künstlerische Vision und mit den Schauspielenden über ihre Grenzen und vermittelt dann zwischen beidem, bis eine gemeinsame Basis steht. Warum das so wichtig ist, zeigt sich oft erst, wenn es fehlt. Ein klassisches Beispiel vom Set: Kameraeinstellungen werden im Vorfeld abgesprochen, aber am Drehtag filmt eine bewegte Kamera plötzlich aus einem anderen Winkel als vereinbart. Die Schauspielenden spüren das sofort – fühlen sich in diesem Moment aber allein damit, sich mitten in der Szene und vor laufender Kamera dagegen zu wehren. Auf der Bühne gibt es eine vergleichbare, fast klassische Situation: In der Probe wird eine Szene auf eine bestimmte Art gespielt, aber vor Publikum überschreitet der Bühnenpartner plötzlich die abgesprochene Grenze – weil niemand für verbindliche Absprachen gesorgt hat und keine Konsequenzen zu befürchten sind. Die Schauspielerin kann sich in diesem Moment vor Publikum kaum wehren. Genau solche Situationen soll professionelle Kommunikation im Vorfeld durch klare, dokumentierte und für alle verbindliche Absprachen verhindern.
Du beschreibst die Tätigkeit auch als „Lotsenfunktion“ zwischen Regie, Schauspielenden, Produktion und den weiteren Departments. Was bedeutet das konkret?
Ein Intimacy Coordinator ist Head of Department und damit Teil des Teams – beim Film wie am Theater – agiert aber als neutrale Partei und ist keiner anderen Abteilung unterstellt, auch nicht der Regie. Genau diese Position macht die Lotsenfunktion möglich. Es braucht Gespräche mit der Produktion über den organisatorischen Rahmen, mit der Regie über die künstlerische Vision, mit den Schauspielenden über ihre Grenzen und Bedürfnisse. Hinzu kommt die Kommunikation mit weiteren Departments wie Kostüm, Maske oder Stunt, etwa wenn es um Intimbedeckungen oder die Zusammenarbeit mit dem Stunt Departement bei dynamischen Darstellungen geht. Alle Absprachen werden an die relevanten Stellen weitergegeben, damit am Drehtag oder am Vorstellungsabend alle auf demselben Stand sind und es keine Überraschungen gibt.
Du betonst, dass Schauspielende keine Marionetten sind und die Impulse für eine Szene immer von ihnen ausgehen müssen. Wie entsteht auf dieser Grundlage eine gemeinsam entwickelte Choreografie?
Ja, die Impulse für die Darstellung müssen immer von den Schauspielenden selbst kommen, nicht von dem Intimacy Coordinator. Die Aufgabe des Intimacy Coordinators ist es, diese Impulse in eine Choreografie zu übersetzen. Wir sprechen zwar von Choreografie und nutzen oft den Vergleich zu einer Tanzchoreografie. Das beschreibt aber eher das Endergebnis und nicht den Arbeitsprozess. Der Prozess beginnt meist mit Gesprächen über Grenzen und Vorstellungen jedes Einzelnen, etwa mit der sogenannten Boundary Practice, bei der sich Schauspielende gegenseitig zeigen und verbalisieren, welche Berührungen für sie in Ordnung sind. Darauf aufbauend entsteht eine Bewegungsabfolge: z.B. mit unterschiedlichen Berührungsleveln, Tempo, Blickkontakt, Atmung. Die Arbeit an der Choreografie schränkt das Spiel nicht ein – sie ist die Basis, die es überhaupt erst frei macht. Wer genau weiß, was passiert, muss während der Szene nicht mehr denken „ist das jetzt okay“, sondern kann sich ganz auf die emotionale Wahrheit der Figur konzentrieren. Innerhalb der abgesprochenen Grenzen ist dabei auch freie Improvisation ganz normal möglich, wenn es von den Schauspielenden gewünscht ist. Natürlich bringen Intimacy Coordinator auch Vorschläge ein, aber die Schauspielenden bleiben die Expert*innen für ihre Figuren.
Warum sind Rollen- und Auftragsklärung für Intimacy Coordinator so entscheidend?
Rollen- und Auftragsklärung stehen am Anfang jeder Zusammenarbeit. Sie sind entscheidend, weil Intimacy Coordinating ein noch junges, nicht geschütztes Berufsfeld ist, in dem es keine automatisch geteilte Vorstellung davon gibt, was der Auftrag konkret umfasst. Ein Intimacy Coordinator steigt zudem meist in eine bereits laufende Produktion ein. Deshalb muss zu Beginn genau geklärt werden, an welchem Punkt er einsteigt. Wie möchten Produktion und Regie die Zusammenarbeit gestalten, und was erwarten sie konkret? Und ebenso wichtig: Wo und wie wünschen sich die Schauspielenden selbst Unterstützung? Diese Klärung schützt alle Beteiligten – die Produktion weiß, was sie erwarten kann, die Regie weiß, wo die Zuständigkeit des Intimacy Coordinator anfängt und aufhört, und die Schauspielenden wissen, an wen sie sich vertrauensvoll wenden können. Ohne diese Klärung entstehen schnell Missverständnisse, Doppelrollen oder Lücken, für die sich niemand zuständig fühlt.
Wie bist du auf diesen Beruf das erste Mal gestoßen, und wie entstand die Idee zur Weiterbildung?
Meine Arbeit beim Aufbau der Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt hat mir sehr deutlich gemacht, wie sehr es in der Filmbranche an professionellen Strukturen für den Umgang mit Grenzverletzungen fehlt. Gleichzeitig wurde klar, wie viel sich davon bereits im Vorfeld – bei der Vorbereitung von Szenen – vermeiden ließe. Intimacy Coordinating ist für mich die konsequente Umsetzung dieses Gedankens: Statt nur auf Vorfälle zu reagieren, kann man von Anfang an einen Rahmen schaffen, in dem sie gar nicht erst entstehen. Als ich gesehen habe, dass es im deutschsprachigen Raum keine fundierte Weiterbildung dafür gibt, war für mich klar: Genau da müssen wir ansetzen.
Dabei geht es mir nicht nur um Sicherheit, sondern auch darum, die Bilder zu verändern, die wir von Sexualität im Film und auf der Bühne sehen. Wer findet sich in den typischen Sexszenen eigentlich wieder? Sexualität ist vielfältig, sie verläuft nicht immer glatt und störungsfrei – aber die gängigen Bilder sind oft sehr eng, geprägt von einem männlichen Blick und einer patriarchalen Fixierung auf penetrativen Sex. Ein Grund dafür: Das Sprechen über Sexualität ist in unserer Gesellschaft generell schambesetzt – das gilt auch für Regie- und Filmteams. Man möchte explizite Dinge zeigen, hat aber oft keine Sprache dafür, was man eigentlich sehen möchte – deshalb wird meist auf das zurückgegriffen, was man schon irgendwo gesehen hat. So manifestieren sich Stereotype immer weiter. Mein Ziel ist es, die Arbeit an der Darstellung von Intimität zu professionalisieren, den sie ist bis heute selten Teil der Regie- und Schauspielausbildung.
Welche beruflichen Erfahrungen und persönlichen Fähigkeiten sollten Interessierte mitbringen, bevor sie sich für die Weiterbildung bewerben?
Unsere Weiterbildung richtet sich an Schauspielende, Regisseur*innen, Schauspielcoaches und Choreograf*innen sowie Stunt- und Kampfchoreograf*innen, die sich auf die Arbeit als Intimacy Coordinator am Set oder auf der Bühne vorbereiten möchten – andere Professionen können nach Absprache teilnehmen. Berufserfahrung ist dabei Grundvoraussetzung: Nur wer die Abläufe am Set oder im Theater aus eigener Erfahrung kennt, findet später den richtigen Platz im Team und entwickelt ein gutes Gespür für die Arbeitsweise und die Herausforderungen von Schauspielenden. Darüber hinaus setzen wir einschlägige Erfahrung in Körperarbeit voraus, etwa in Contact Improvisation, Tanz, Kampfkunst oder vergleichbarem Körpertraining. Diese Basis ist wichtig, weil in der Weiterbildung selbst intensiv körperlich und praktisch gearbeitet wird. Wer bereits weiß, wie sich der eigene Körper im Raum anfühlt und wie man Bewegung in Sprache übersetzt, kann von Anfang an tief in die choreografische Arbeit einsteigen. Ebenso entscheidend sind gute kommunikative Fähigkeiten. Intimacy Coordinator vermitteln zwischen Schauspiel, Regie und Produktion, das erfordert Klarheit, Diplomatie und die Fähigkeit, auch in sensiblen Situationen sicher zu kommunizieren. Das ist, ehrlich gesagt, kein Beruf für Berufseinsteiger*innen.
Was zeichnet eine fundierte Weiterbildung aus, und welche Inhalte und Werkzeuge werden den Teilnehmenden vermittelt?
Eine fundierte Weiterbildung zeichnet sich für mich durch drei Dinge aus: Praxisnähe, thematische Breite und internationale Anbindung. Es ist unser Anliegen, die Teilnehmenden so gut wie möglich auf ihre Arbeit am Set oder am Theater vorzubereiten. Im Zentrum steht deshalb die praktische, szenische Arbeit – nach den Best Practices von Theatrical Intimacy Education aus den USA, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Vermittelt werden Choreografietechniken für die Simulation von Intimität, der Einsatz von Hilfsmitteln wie Modesty Garments und Techniken wie De-Roling.
Darauf aufbauend haben wir eigene, ergänzende Methoden entwickelt, etwa die Zusammenarbeit mit Stunt- und Kampfchoreograf*innen für dynamische Szenen oder Anchoring-Techniken für explizite Darstellungen. Hinzu kommen Kommunikation und Konfliktmanagement, Arbeitsrecht und Arbeitsschutz, internationale Standards wie die SAG-AFTRA Protocols, die besondere Arbeit mit Minderjährigen, Gender- und Diversitätsthemen sowie Trauma-Awareness und Selbstfürsorge.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Kooperation mit dem Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS): Der BFFS legt bei dieser Weiterbildung hohe Qualitätsmaßstäbe an. Diese Zusammenarbeit hat eine lange Geschichte – gemeinsam haben wir bereits die Themis Vertrauensstelle aufgebaut. Dass die Schauspielgewerkschaft die Weiterbildung mitträgt, ist für mich ein wichtiges Qualitätssiegel und ein klares Signal an die Branche, wie ernst dieses Thema genommen werden muss.
Welche realistischen beruflichen Perspektiven eröffnet die Weiterbildung? Ist Intimacy Coordinating eher eine Spezialisierung und Ergänzung des bisherigen Berufsprofils als ein eigenständiger Beruf?
Intimacy Coordinating positioniert sich zunehmend als eigenes Department am Set bzw. Gewerk am Theater, vergleichbar mit der Position eines Stunt Coordinators. Dennoch ist die Weiterbildung eine Zusatzqualifikation, kein Berufswechsel. Für die meisten ist sie ein zweites Standbein neben ihrer bisherigen Tätigkeit als Schauspieler*in, Coach oder Choreograf*in. Genau das macht sie auch stark: Die berufliche Doppelperspektive ist die Grundlage für glaubwürdige Arbeit als Intimacy Coordinator.
Wo siehst Du derzeit besondere Bedarfe, beispielsweise bei Spezialgebieten wie der besonders sensiblen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?
Ob im Film oder auf der Bühne – es fehlt vor allem an Intimacy Coordinators mit speziellen Kenntnissen – für Produktionen mit Kindern und Jugendlichen, für queere Darstellungen, für Schauspielende mit Diskriminierungserfahrungen wie Rassismus sowie für Menschen mit Behinderungen. Die Arbeit mit Minderjährigen ist dabei besonders anspruchsvoll. Kinder und Jugendliche sind Laien, haben keine Schauspielausbildung und können sich nicht auf professionelle Techniken zurückziehen, wenn eine Situation unangenehm wird. Aufgrund ihrer Hirnentwicklung können sie außerdem die langfristigen Folgen ihrer Entscheidungen noch nicht vollständig einschätzen, und sie spüren den Erwartungsdruck, das Team nicht enttäuschen zu wollen. Eltern sind bei der konkreten Umsetzung vor Ort oft nicht anwesend – es fehlt eine Vertrauensperson, die die Sorgen der jungen Darstellenden auffängt. Wichtig ist dabei: Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen braucht es Kenntnis der geltenden Kinder- und Jugendschutzbestimmungen sowie eigene Erfahrung in der Arbeit mit dieser Altersgruppe, zum Beispiel als Kindercoach. Ein Beispiel ist die bis heute kontrovers diskutierte Szene mit der damals minderjährigen Nastassja Kinski in Wim Wenders „Falsche Bewegung“. Unabhängig von der Frage nach der sexistischen Aussage dieser Szene, gab es damals keine Schutzmaßnahmen für die Kinderdarstellerin. Die Frage, die wir uns in der Weiterbildung stellen: Wie würde man das heute drehen? Es gibt heute professionelle Wege dieselbe erzählerische Wirkung zu erzielen, ohne ein Kind ungeschützt einer solchen Situation auszusetzen – mit Körperdouble, entsprechender Schnitttechnik und klaren altersgerechten Absprachen.
An wen richtet sich die aktuelle Weiterbildung, bis wann kann man sich bewerben und welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung gibt es?
Die nächste Weiterbildung startet am 21. November 2026, Bewerbungen sind bis zum 20. September 2026 möglich. Sie richtet sich an Schauspielende, Regisseur*innen, Schauspielcoaches, Choreograf*innen sowie Stunt- und Kampfchoreograf*innen, die ihre Arbeit am Set oder am Theater um diese Rolle erweitern möchten. Andere Professionen können nach Absprache teilnehmen. Für die Bewerbung braucht es einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben, optional Referenzen. Eine Auswahl der Berwerber*innen laden wir zu einem persönlichen Gespräch ein. Die Kursgebühr beträgt 7.500 Euro brutto, zzgl. Reise- und Unterbringungskosten für die Präsenztage. Bislang hat sich für alle Teilnehmenden eine Lösung für die Finanzierung gefunden – sei es über eine Förderung oder weil der Arbeitgeber die Kosten übernommen hat. Eine pauschale Garantie gibt es dafür nicht, jeder Durchgang und jede individuelle Situation ist anders. Deshalb ist die Finanzierungsfrage auch fester Bestandteil unseres Auswahlgesprächs. Gemeinsam schauen wir auf die individuellen Möglichkeiten und ordnen ein, welche Förderwege infrage kommen könnten. Für Produktionen, die nicht gleich eine ganze Weiterbildung buchen möchten, biete ich außerdem für die szenische Umsetzung einzelner Projekte, für die Risikoanalyse von Drehbüchern oder für die Vermeidung stereotyper und diskriminierender Darstellungen punktuelle Beratungen an. Über den culture change hub bieten wir zudem Schulungen für ganze Teams an, etwa zur Prävention sexueller Belästigung oder zur Arbeit mit Minderjährigen.